All das Schöne 13+

von Duncan Macmillan mit Jonny Donahoe
Deutsch von Corinna Brocher
/ Repertoire

Premiere 25/04/2020

Große ProbeBühne

„1. Eiscreme. 2. Wasserschlachten. 3. Länger aufbleiben als sonst und fernsehen.“

Was macht man als siebenjähriges Kind, wenn die eigene Mutter versucht, sich das Leben zu nehmen? Man schreibt ihr eine Liste mit alldem, was an der Welt schön ist. In diesem einzigartigen Monolog treten wir als Publikum in direkten Kontakt mit der Tochter, die namentlich nicht näher benannt ist und die uns von ihrem Leben erzählt und uns zu Mitspieler*innen ihrer Biografie werden lässt. Auch als Jugendliche hat sie mit der Liste weitergemacht, neue Einträge geschrieben, die die Mutter überzeugen sollten. Und irgendwann an der Uni lernte sie jemanden kennen, der ihre Liste seinerseits fortführte – dieses Mal für sie: „1003. Zum ersten Mal erleben, dass du jede Minute am Tag an jemanden denken musst, sodass du kaum mehr essen oder schlafen oder dich konzentrieren kannst, und er dir völlig vertraut vorkommt, obwohl du ihn erst seit ganz Kurzem kennst."

Der preisgekrönte Autor Duncan Macmillan entwirft mit seinem Text ein ganz besonderes theatrales Ereignis: Die Protagonistin integriert das Publikum auf subtile Art und Weise in ihre Lebensgeschichte, das Publikum wird zum Tierarzt, der ihren geliebten Hund einschläfert, zum überforderten Vater, der ihr versucht zu erklären, was mit ihrer Mutter nicht stimmt, zur ersten große Liebe, die sie an der Uni kennenlernt. Das Reden und Denken über den Tod führt letztlich zum Gegenteil: zu einem großen, feierlichen Plädoyer für das Leben und „all das Schöne“ in ihm.

Foto: Sinje Hasheider

Regie: Moritz Beichl Dramaturgie: Stanislava Jević
Empfehlungen