Rose Bernd

von Gerhart Hauptmann / Repertoire

30. September 2017

SchauSpielHaus

Dauer: Zwei Stunden, 45 Minuten, eine Pause

Rose Bernd glaubt, den einzigen Fehltritt, den sie sich je in ihrem jungen Leben geleistet hat, ganz alleine wieder gutmachen zu können. So willigt sie ein in die Heirat mit dem unattraktiven, aber begüterten August Keil, dem Wunschkandidaten ihres religiös rigorosen Vaters. Und sie beendet ihr heimliches Liebesverhältnis mit dem verheirateten Flamm. Niemand ahnt von ihrer Schwangerschaft. Doch zufällig ertappt der Schwerenöter Streckmann die beiden bei ihrem letzten Stelldichein. Noch ist sie überzeugt, sich selbst aus ihrer Not befreien zu können: Sie lässt sich auf die körperliche Erpressung des gewalttätigen Streckmann ein, bloß, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt.

Gerhart Hauptmanns Meisterwerk von 1903 gleicht einem Krimi Noir. Die dialektgefärbte Kunstsprache erzeugt eine dichte düstere Atmosphäre, die mit tragischer Wucht erst nach und nach die verhängnisvollen Ereignisse enthüllt, die Rose Bernd durchleiden muss. Inmitten einer Gesellschaft, die in ihrer gefühlskalten Habgier und selbstgerechten Engstirnigkeit ein erdrückendes Klima aus Gewaltbereitschaft und Unmenschlichkeit erzeugt, rührt ihr einsamer Kampf zutiefst.

Eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen

EINFÜHRUNG:
Eine halbe Stunde vor der Vorstellung am 4/6 und 5/6 findet eine Einführung im MarmorSaal statt.

Fotos: Lalo Jodlbauer

Es spielen: Lina Beckmann, Gregor Bloéb, Markus John, Martin Pawlowsky, Michael Prelle, Maik Solbach, Julia Wieninger sowie: Emilia Bourmudis-Anastasiadou, Lara Eck, Lilian Eyles, Mina Gökduman, Matilda Meny, Gloria Neubauer, Elise Rödenbeck, Alicitas Schaerig, Leonie Schuckmann, Wanja Bella Schäfer, Emma Torner Chor: Fernando A. Ost , Jannis Achermann, David Alonso, Nader Ben-Abdallah, James Bleyer, Oskar Bürk, Dennis Feuerhacke, Ingmar Grapenbrade, Marlon Hangmann, Jarryd Alexander Haynes, Jan Kaiser, Maik Mensching, Yannek Niehoff, Maximilian Posny, Matthias Quax, Johan Richter, Mohammad Sabra, Don Schmidt Künstlerische Leiterin des Chores: Christine Groß Regie: Karin Henkel Bühne: Volker Hintermeier Kostüme: Adriana Braga Peretzki Musik: Arvild J. Baud Licht: Hartmut Litzinger Ton: Christoph Naumann, Roman Schneider Video: Marcel Didolff, Alexander Grasseck Dramaturgie: Sybille Meier

Pressestimmen

Hamburger Abendblatt

"Sensationell: Lina Beckmann in Karin Henkels »Rose Bernd«."

FAZ

"Karin Henkels Inszenierung ist ein großes Ereignis. Mit ihrem feinfühlig komponierten, düster-dringlichen Stimmungswert schließt sie an ihre »John Gabriel Borkman«-Arbeit an, die beim vorletzten Berliner Theatertreffen bejubelt wurde. Mit ihrer radikalen Rollenpsychologie geht sie aber noch darüber hinaus. Und auch die vielgefeierte Lina Beckmann ist hier auf einem vorläufigen Höhepunkt ihres Spiels angekommen. Beckmann und Henkel machen ein Theater, das physisch mitnimmt. "

Süddeutsche Zeitung

"Die Sensation des Abends ist zum einen das Bühnenbild von Volker Hintermeier (…). Die zweite Sensation des Abends ist Lina Beckmann: Die Art, wie diese tolle Trutz- und Kraftschauspielerin Rose Bernds Weg in den Untergang spielt, ohne je die Opferrolle hervorzukehren, hält die stellenweise krude Inszenierung zusammen und gibt dem Stück einen Sog. "

taz die tageszeitung

"»Rose Bernd« imponiert „durch hohe handwerkliche Qualität, minutiöse Perfektion und brillante, hochvirtuose Darsteller."

dpa

"Gerhart Hauptmanns »Rose Bernd«, inszeniert von Karin Henkel, muss eindeutig auf der Habenseite verbucht werden, was vor allem der großartigen, überaus authentischen Lina Beckmann in der Titelrolle zu verdanken war.“

Deutschlandfunk

"Diese Premiere war triumphal, wie man das nicht allzu oft erlebt. Sie wurde zum Triumph des Theaters, weil das Künstlichste zum Lebendigsten wurde, Hauptmanns schlesischer Kunst-Dialekt. Zum Triumph der Schauspieler, die mit ihm leidende und liebende Menschen erschufen. Und zum Triumph der Regisseurin, die einen Schatz gehoben hat und noch etwas ganz Anderes vermochte: ein Denkmal zu inszenieren."

Hamburger Abendblatt

"Der Abend ist rund, ästhetisch durchdacht in seiner konsequent düsteren Anmutung, er nimmt Hauptmanns Vorlage ernst als Höllenfahrt eines Charakters, der doch nur er selbst sein möchte und sich so an den rigiden Moralvorstellungen blutig reibt. Vor allem aber ist es ein Schauspielfest."

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